WorldMUN 2011 in Singapore

Happy Birthday, Harvard WorldMUN!
You’re not getting older, you’re only getting better!

Erfahrungsbericht eines Delegierten

Ich erinnere mich an den ersten Tag im Komitee, die unzähligen, mir unbekannten Gesichter aus aller Welt, die vor Spannung knisternde Luft. Ich erinnere mich an die Frustration wenn vermeintliche Verbündete plötzlich den Kurs gewechselt haben, die hitzigen Wortgefechte während der Mittagspausen, das langwierige Diskutieren über kleinste Nuancen beim Schreiben von Resolutionen. Ich erinnere mich an die Freundschaften, die ich geschlossen habe, das eigenartige  Glücksgefühl, das mich nach einer erfolgreichen Sitzung durchströmt hat und die neuen Erfahrungen, mit denen ich von der Harvard World MUN 2011 aus Singapur nach München zurückgekehrt bin. Am liebsten erinnere ich mich jedoch an eine Zeit, in der aus 18 Studenten der LMU Diplomatenanwärter geworden sind, die ihr Können und ihr Verhandlungsgeschick in der Rolle der offiziellen Repräsentanten der Republik Indonesien auf der wohl weltweit einzigartigsten Model United Nations Konferenz vom 14. – 18. März  2011 erfolgreich unter Beweis gestellt haben.

Im Frühjahr 1991 von einer Gruppe Harvard-Studenten in dem polnischen Seebad Miedzyzdroje gegründet, ist es auch noch heute, 20 Jahre später, Ziel der Harvard World MUN, jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, Fragen und Probleme von weltpolitischer Relevanz in einem wirklich internationalen Rahmen zu diskutieren und mögliche Lösungen in Form von Resolutionen nach den Spielregeln der Vereinten Nationen auszuarbeiten. Dabei ist es unwichtig, ob man Jura oder Maschinenbau studiert, ob man aus Venezuela oder Thailand kommt, denn für fünf Tage lässt man alles Gewohnte hinter sich, schlüpft in die Rolle eines Diplomaten und vertritt die Interessen eines fremden, manchmal vielleicht sogar unbekannten Landes. Auch mag man nicht immer mit den aktuellen Handlungen der zu repräsentierenden Regierung übereinstimmen, ihren Ansichten vielleicht sogar widersprechen oder sich schwer tun, ihr möglicherweise menschenunwürdiges Verhalten zu verteidigen, doch ist genau das die Herausforderung der gesamten Erfahrung, die Herausforderung, die jährlich mehr als 2000 Studenten aus aller Welt anlockt.

Heuer habe ich selbst das große Vergnügen gehabt, Teil dieser stetig wachsenden WorldMUN-Gemeinde zu werden und – wie bereits oben erwähnt – für die offiziellen Interessen der Republik Indonesien auf der Jubiläums-Konferenz in Singapur einzustehen.

Nach erfolgreichem Bestehen des zweistufigen Bewerbungsverfahrens im Juli 2010 haben wir, die gesamte LMU-Delegation, direkt nach den Sommerferien mit der intensiven Vorbereitung auf die bevorstehende Konferenz begonnen und uns in wöchentlich stattfindenden Seminaren, geleitet von Alumni, sowohl mit der Geschichte der Vereinten Nationen als auch ihren aktuellen Aufgaben und Problemen auseinandergesetzt. Zusätzliche Workshops sowie die Teilnahme an der IsarMUN in München und der MainMUN in Frankfurt dienten dazu, das theoretisch angeeignete Wissen – besonders in Bezug auf Rhetorik und Verhandlungsstrategien – in einem praxisorientierteren Kontext anzuwenden und zu vertiefen.

Die gezielte Vorbereitung auf Indonesien sowie die Auseinandersetzung mit den Themen der einzelnen Komitees begann erst im Januar und brachte – parallel zu Klausuren und Hausarbeiten – viel Arbeit mit sich. Da es von Anfang an unser aller Ziel gewesen war, ‘unser’ Land würdevoll zu vertreten und aktiv an der Diskussion in Singapur teilzunehmen, mussten wir uns nicht nur in das politische System Indonesiens, sondern vor allem auch in kulturelle Aspekte, wirtschaftliche Interessen, das Verhältnis zu den Vereinten Nationen sowie aktuelle tagespolitische Vorkommnisse einarbeiten. Zusätzlich war eine Auseinandersetzung mit den beiden Themen, die in den jeweiligen Kommitees zur Debatte standen, vonnöten.

Als Diplomat in spé im Special Political and Decolonization Committee, dem vierten Komitee der General Assembly, debattierte ich zusammen mit meiner Co-Delegierten Incken Wentorp und rund 180 anderen Regierungen – vertreten durch Doppeldelegationen aus aller Welt – über die Zukunft von Staatsfonds sowie möglichen internationalen Auflagen bezüglich ihrer Investmentstrategien und -tätigkeiten. Die anderen 16 Delegierten der LMU verteilten sich – sowohl in Doppel- als auch Einzeldelegationen – auf die Organisation of the Islamic Conference, das ASEAN Regional Forum, das Committee on Disarmament and International Security, die G20-Konferenz, die Historical General Assembly, das Social, Humanitarian and Cultural Affairs Committee, die World Conference on Women, die World Intellectual Property Organization, die Wolrd Health Organization, die Word Trade Organization sowie den Special Summit on the Future of Warfare und verhandelten Themen, die von Narkoterrorismus über weibliche Genetalverstümmelung bis hin zu den Problemen am Chinesischen Meer reichten.

Fünf Tage voller Höhen und Tiefen, voller Emotionen, Ernüchterungen und kleinen Grenzerfahrungen. Fünf Tage, in denen wir – getreu dem Motto „Work hard, play hard“ – den Tag über hart gearbeitet und die Nacht durchgefeiert haben. Fünf Tage, die in einer chronischen Ansteckung mit dem berühmt-berüchtigten WorldMUN-Spirit – einem Gefühlszustand, den man erlebt haben muss um ihn wirklich begreifen zu können – geendet haben.

Und selbst heute noch, beim Schreiben dieses Berichts, blicke ich gerne auf eine unvergessliche Zeit zurück, die ich um nichts in der Welt missen möchte und die mich nicht nur charakterlich sondern vor allem auch in Bezug auf meine Zukunft einen großen Schritt weiter gebracht hat. Eine Erfahrung, die heraussticht und auf die ich immer wieder zurückgreifen kann.

Wo sonst hat man die Möglichkeit sich mit Themen zu befassen, die jenseits des eigenen Horizonts liegen, vielfältige Eindrücke zu sammeln und sich mit Studenten aus Japan, den USA und Pakistan über die Zukunft der internationalen Energiepolitik oder einfach nur die jüngsten Sportereignisse zu unterhalten?

Singapur hat sich uns während dieser Zeit von seiner besten Seite gezeigt und obwohl man im dunklen Anzug die drückende Schwüle sowie die täglichen Regenschauer verdammt, kann ich mir keinen besseren Ort für eine Konferenz vorstellen, die ihr 20-jähriges Bestehen feiert und auf ihrer Reise um die Welt in Städten wie Amsterdam, Brüssel, Belo Horizonte und Peking Halt gemacht hat. Es sind die unterschiedlichen Einflüsse aus Asien, Europa und Amerika, die dem häufig künstlich wirkenden Stadtsaat dennoch einen besonderen Charme einhauchen und ihn auf ewig mit meinen gesammelten Erfahrungen in Verbindung bringen werden.

Nun – wo bereits in Vancouver die Vorbereitungen für 2012 auf Hochtouren laufen und eine neue Delegation der LMU bereits in den Startlöchern steht – bleibt es mir abschließend nur, nochmals Danke zu sagen und zum runden Geburtstag zu gratulieren: Happy Birthday, Harvard WorldMUN! You’re not getting older, you’re only getting better!

Jascha Zittel


Feel the spirit of MUN!

The MUN Association Munich is dedicated to the spirit of Model United Nations. With our delegation we annually participate in several national and international Model UNs.

IsarMUN 2017

Where: Ludwig-Maximilians-University of Munich, Germany

When: 23rd to 26th of November 2017 (4 days)

Who: 220 Delegates, Chairs, Guest Speakers and Staff

How much:
Early Bird Fee (15.06-31.07) - 70€
Regular Fee (01.08-15.10) - 85€
Fee for Chairs (01.06-01.08) - FREE
No-refund Policy

What is NEW at IsarMUN 2017?
After the conference's development to an international event last year, this year's edition is going to attract people from even more countries, also from beyond Europe's borders.